Krasse Kröte

Wo kann ich als Student günstig wohnen? (Stefan, 23)

Hallo liebe Blog-Mitarbeiter, mich würde interessieren in welchen deutschen Städten Studenten am günstigsten wohnen? (Stefan, 23)

Lieber Stefan,

sicher spielen die Lebenshaltungskosten (also Geld für Essen, Trinken, Kleidung und Freizeit) auch eine Rolle und können von Ort zu Ort variieren, allerdings nicht so drastisch, dass man daran festmachen kann, wo man günstig wohnen kann: Ein Cocktail in der Münchener Innenstadt kostet sicherlich ein Vielfaches vom gleichen Getränk in Greifswald, aber das T-Shirt bei H+M und die Wurst bei ReWe sind an beiden Orten gleich teuer.

Der Haupttreiber, ob günstig oder teuer, sind die Mieten in den Hochschulstädten. Die sind in den letzten Jahren generell um bis zu 30% gestiegen. Hier gibt es sehr große Unterschiede. Keine Überraschung, dass München die teuersten Mieten von Studenten fordert: Laut Untersuchung der Universität Maastricht zahlen Studenten durchschnittlich 18,20 EUR pro Quadratmeter für eine Studentenwohnung. Geht man mal davon aus, dass man so gute 20 Quadratmeter haben mag, blättert ein Münchener Studenten also knapp 400 EUR monatlich für seine Bleibe hin. Die nächstteuersten Städte, was die Studentenmiete betrifft, sind Stuttgart, Hamburg und Frankfurt.

Auf den günstigsten Plätzen findet man Leipzig (9,54 EUR pro Quadratmeter), Magdeburg (10,33 EUR), Dortmund (10,47), Dresden (10,67) und erfreulicherweise das hippe Berlin (11,47 EUR). Allerdings haben die Maastrichter auch nur 26 Städte untersucht – was mehr als 300 zu wenig sind, um ein vollständiges Bild zu zeichnen.

Ganz allgemein gilt für die Suche nach günstigen Wohnen: der Osten ist günstiger als der Westen und im Pott lässt sich auch günstiger wohnen (und leben) als im restlichen Westen.
Ich kann Dich sehr gut verstehen, dass es ein wichtiges Kriterium ist, wie günstig man wo wohnen kann. Es ist allerdings auch nicht das einzige und sollte vor allem nicht das wichtigste auf der Suche nach dem geeigneten Studienort sein. Viel wichtiger ist, dass Du das passende Studienfach mit den für dich geeigneten Eigenschaften findest (Abschluss, bestimmte Fächerkombinationen, Studienbedingungen, Renommee…). Natürlich macht es einen riesigen Unterschied, ob Du in einer Stadt 350 EUR oder in einer anderen 200 EUR Miete im Monat zahlen musst. Wenn Dein Traumstudium allerdings in einer etwas teureren Stadt sein sollte, dann überlege, ob Du es Dir nicht doch irgendwie leisten kannst: sprich‘ mit Deiner Familie, ob und in welchem Umfang sie Dich unterstützen können. Schaue, ob Du ein passendes Stipendium bekommen kannst (es gibt viel mehr Stipendien als die meisten denken und nicht alle fordern Top-Leistungen. Eine wirklich gute Webseite ist www.mystipendium.de. Hier sind alle Stipendien in Deutschland erfasst. Dann gibt es natürlich das BaföG – auch hier solltest Du Deine Chancen prüfen. Wenn diese Quellen Dir nicht reichen, dann kannst Du über einen Studienkredit oder eine Studienförderung aus einem Studienfonds nachdenken, wie wir sie von der Deutschen Bildung anbieten.

Studiere auf jeden Fall das, was Du wirklich studieren willst und zwar dort, wo es Dich auch wirklich hinzieht. Aufs Traumstudium wegen des Geldes zu verzichten, ist meistens keine gute Lösung.

Ein nicht allzu teures Studentenleben, aber vor allem ein tolles Studium wünsche ich Dir!

Anja

2 Kommentare
  • Hansi Hinterseer am 24. Februar 2015

    Für tatsächlich sinnvolle Daten zu Lebenshaltungskosten als Studi einfach in die Sozialerhebung der Studierendenwerke gucken:
    https://www.sozialerhebung.de/erhebung_20/
    Da werden auch mehr als 26 Städte und alle Lebenshaltungskosten betrachtet

    • Stefanie am 24. Februar 2015

      Vielen Dank und viel Spaß beim Studien-Wälzen. 😉

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