Krasse Kröte

Wie kann man wirklich günstig wohnen? (Eva, 22)

Wie kann man wirklich günstig wohnen? (Eva, 22)

Liebe Eva,

Eine günstige und gute Wohnung zu finden, ist in den meisten Städten heutzutage wirklich schwer geworden. Selbst Berufstätige suchen oft monatelang, bis sie eine halbwegs bezahlbare Wohnung gefunden haben. Umso angespannter ist die Wohnungssituation auf dem Studentenmarkt.

Einerseits soll es nah an Uni und Zentrum sein – man will sich ja gut integrieren. Andererseits soll es nicht zu teuer sein, denn der Studentengeldbeutel ist meist schon in der Monatsmitte leer. Aber irgendwie stellt man sich die erste eigene Wohnung trotzdem so ganz besonders vor: 20m² sollten es schon sein, gerne mit viel Privatsphäre, gleichzeitig toller Anbindung und einer voll ausgestatteten Küche. Ach, und ein Balkon wäre auch nicht verkehrt. Von solchen Vorstellungen muss man sich aber spätestens bei der tatsächlichen Wohnungssuche verabschieden.

Daher gilt zu aller erst: Kompromisse machen! Überleg dir, was dir am wichtigsten ist und worauf du verzichten kannst. Benötigst du besonders viel Wohnfläche oder macht es auch ein kleines WG-Zimmer, das dafür in Zentrumsnähe liegt? Vorzüge haben ihren Preis. Setze daher von Anfang an Prioritäten.

Ein weiterer Tipp: etwas außerhalb gelegene oder weniger angesagte Stadtbezirke sind um einiges günstiger! Unter https://immobilien-kompass.capital.de/ findest du zum Beispiel eine Aufschlüsselung der Quadratmeterpreise pro Stadtbezirk. Manchmal macht sich schon zwischen zwei Parallelstraßen ein immenser Preisunterschied bemerkbar. Probier‘ es einfach mal aus!

Weiterer Tipp: Unbedingt im Freundes- und Bekanntenkreis herumfragen! Die besonderen Schnäppchen landen häufig erst gar nicht auf dem offiziellen Wohnungsmarkt.

Stehst du am Anfang deines Studiums und hast die Wahl zwischen verschiedenen Universitäten, solltest du, neben den Studieninhalten, von Anfang an auch die Lebenshaltungskosten der jeweiligen Städte berücksichtigen. Wie ärgerlich wäre es, wenn dein Traum vom Studium wegen zu hoher Mietkosten platzt? In Großstädten pulsiert zwar das Leben, aber eben auch die Zeche. Ziehe daher vielleicht auch kleinere Städte in deine Wahl mit ein. Aktuell liegen zum Beispiel Kassel und Dortmund besonders günstig bei WG- und Singlewohnungen. München, Hamburg und Frankfurt am Main sind weiterhin die Spitzenreiter in Sachen Mietpreis.

Fällt deine Wahl dennoch auf die teurere Ecke, können WGs und Studentenwohnheime eine günstige Alternative darstellen. Hier wird sich nicht nur der Wohnraum geteilt, auch sind Geräte wie Wasch- und Spülmaschine, Staubsauger und Mikrowelle meist schon vorhanden. Und auch der Internetanschluss ist hier oftmals im Preis mitinbegriffen. Anschaffungen wie diese fallen also erstmal weg. Möblierte Zimmer können deinen Geldbeutel zusätzlich schonen.

Neben all diesen Optionen gibt es aber auch richtig kreative Lösungen. Schau zum Beispiel mal bei „Wohnen für Hilfe“ (Link: https://www.wohnenfuerhilfe.info/) oder „Tausche Bildung für Wohnen“ (Link: https://www.tbfw-marxloh.org/) vorbei. Hier gibt es tolle Möglichkeiten, Wohnen mit sozialem Engagement zu vereinen. Mit Hilfeleistungen für Senioren oder der Unterstützung von Kindern aus sozialen Problemvierteln kannst du deine Kosten stark reduzieren oder sogar komplett mietfrei wohnen.

Für einen anderen Weg entschied sich übrigens eine Berliner Studentin. Mit einer Größe von 2,4m² wohnt sie wohl in Berlins kleinstem WG-Zimmer: einem umfunktionierten Gäste-WC. Häufig hilft also schon ein wenig Kreativität und Kompromissbereitschaft.

Ein 2,4m² kleines Toiletten-Zimmer wünsche ich dir trotzdem nicht! 🙂

Alles Gute wünscht dir
Christina

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