Krasse Kröte

Wie wichtig sind Auslandserfahrungen? (Agata, 23)

Wieviel Wert legen Firmen tatsächlich auf Auslandserfahrungen? Haben die Bewerber mehr Chancen mit Auslandserfahrung wie ohne? (Agata, 23)

Liebe Agata,

natürlich lässt sich schwer messen, wie wichtig Arbeitgebern die Auslandserfahrung ist. So viel vorweg: Es schadet nicht, mal im Ausland gewesen zu sein. Das kann ich aus vielen Gesprächen mit Arbeitgebern bestätigen, mit denen ich im Laufe der Jahre im Recruiting zusammen gearbeitet habe. Inwiefern sich Deine Chancen mit Auslandserfahrung im Gepäck verbessern, lässt sich pauschal nicht sagen. Sollte aber auch nicht der Hauptantreiber für dich sein.

Warum stehen Arbeitgeber auf Auslandserfahrungen? Weil sie wissen, dass man im Ausland so wahnsinnig viel lernen kann – und hier zählt nicht das Fachliche. Chefs sind in der Regel nicht auf dem Kopf gefallen und können sich denken, dass es bei einem Auslandssemester auf Hawaii nicht alleine um die BWL-Vorlesung ging, besonders wenn unter den Bewerber-Hobbys „Surfen“ steht. Trotzdem finden Recruiter auch diese Sorte Auslandserfahrung gut.

Im Ausland kannst Du Deine Sozial- aber vor allem Selbstkompetenzen stärken und zwar meistens viel intensiver, als es Dir in der Heimat möglich ist. Du bist in einer anderen Kultur und musst Dich zurechtfinden. Manchmal musst Du Dich sogar durchbeißen – alltägliche Dinge, wie ein Handy zu beantragen, können in manchen Ländern zum echten Abenteuer avancieren. Im Ausland bist Du auf einmal auf Dich gestellt – fern weg von Deiner Familie und Deinen Freunden. Jetzt sind neue Kontakte gefragt. Und wahrscheinlich ist in Deinem Gastland vieles ganz anders, als Du es von daheim gewohnt bist: das Essen, das Wetter, die Uni und vieles mehr. Du wirst Dich also ganz wunderbar in Toleranz üben, wenn du nicht zum Dauernörgler mutierst – denn das soll es leider auch geben.

Sehr interessant ist auch: Du bist GAST in einem fremden Land. Eine total außergewöhnliche Erfahrung. Mich hat meine Zeit im Ausland motiviert, ganz anders über mich und wer ich bin nachzudenken. Ich war auf einmal „die Fremde“ – was ist denn für mich hier fremd und dort vertraut? Man versteht nach so einem Auslandsaufenthalt meistens sich selbst und auch seine eigene Heimat besser.

Aus all diesen Gründen ist so eine Zeit im Ausland ein regelrechter Kompetenzkatalysator. Und daher super empfehlenswert! Ein unvergessliches Abenteuer, aus dem man fachlich selten schlauer, emotional aber intelligenter herausgeht. Du wirst dich besser kennen, mehr Lebenserfahrung und mit etwas Glück auch Freunde aus der ganzen Welt haben.

Vielleicht hast du eine Idee davon bekommen, was dich – wenn es so sein soll – zu einem Auslandsaufenthalt motivieren könnte. Mach es nicht „für den Lebenslauf“, denn alles, was man vermeintlich machen „muss“, bekommt einen schalen Beigeschmack. Das Gefühl, einen „Pflicht-Trip“ zu absolvieren, öffnet dich vielleicht nicht für den Zauber, den ein Auslandsaufenthalt aus viel schöneren Beweggründen haben kann. Es geht um dein Leben, nicht um deinen Lebenslauf.

Falls du es dir bei der Organisation einfacher machen willst, können wir dir übrigens unseren Partner IEC Online empfehlen. IEC hilft Studenten (natürlich kostenfrei) dabei, den passenden Platz im Ausland zu bekommen: www.ieconline.de

Agata, wenn du Lust auf einen Auslandstrip bekommen hast: Go for it.  Und falls nicht, wirst du mit einem abgeschlossenen Studium mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem einen Job bekommen. Eine Antwort in Zahlen gibt dir darauf auch die Studie JobTrends 2014 von Staufenbiel.

Alles Gute
Anja

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