Krasse Kröte

Neue Stadt, neue Liebe? (Stefan, 27)

Oh du weiseste und krasseste unter den Kröten, gewähre mir deinen Ratschlag zu meiner Frage.
Ich bin für mein Masterstudium nach München gezogen und demzufolge in der neuen Stadt noch freundelos als auch Single. Dadurch, dass ich viel im Studium zu tun habe und nebenbei noch Arbeiten muss, fehlt mir leider auch die Zeit aktiv auf Partnersuche zu gehen (und in meinem Semester mangelt es leider an potentiellen Kandidatinnen).
Wie sollte ich deiner Meinung nach dieses Problem angehen? Mich in bestem Zwirn auf den Marienplatz stellen und lauthals losquaken um potentielle Weibchen anzulocken oder mich doch gefälligst auf mein Studium konzentrieren?

Lieber Stefan,

zunächst einmal möchte ich einen kleinen Irrtum aufklären: Ich bin nicht die krasse Kröte. Ich hoffe du bist nicht allzu enttäuscht. Mein Name ist Sabrina und als Mitglied des Teams, das krasse Fragen beantwortet, habe ich die wichtige Aufgabe, dir hier einen möglichst klugen Ratschlag zu erteilen. Was mich dafür qualifiziert? Ich bin eine Frau – und damit bist du mit deiner Frage genau an der richtigen Adresse. Die gute Nachricht vorneweg: Der erste Eindruck, den du auf mich machst, ist durchaus positiv. Ich muss dir sogar ganz herzlich gratulieren: Du hast nicht nur einen Masterstudienplatz ergattert, sondern bist auch in eine meiner absoluten Lieblingsstädte gezogen. Und das dann noch ganz allein, was ich persönlich ziemlich mutig finde. Meine Schlussfolgerung lautet daher: Du bist intelligent (weil Student), offen gegenüber neuen Erfahrungen (weil München) und interessiert an neuen Kontakten (siehe deine Frage). Alles in allem also eine gute Partie.

Nun zu den weniger schönen Dingen: Du hast bislang keine neuen Freunde gefunden. Und du bist Single. Ich kann nachvollziehen, dass dich Ersteres nervt, wahrscheinlich dürfte dieser Zustand aber relativ kurzfristig sein. Zwar sind die Münchener tatsächlich ein recht eigenwilliges (und oftmals ziemlich eingeschworenes) Völkchen, trotzdem sollte es nicht allzu schwer sein, über kurz oder lang Anschluss zu finden. Hast du schon mal darüber nachgedacht, einem Sportverein beizutreten? Ob Fußball (ein Club müsste hier zu finden sein), Badminton, Tischtennis oder Schwimmen: Die meisten Vereine sind mittlerweile auf die arbeitende Bevölkerung eingestellt und bieten Kurse am späten Abend oder Wochenende an. Volkshochschulen ebenso. Auch deine Hochschule hat sicher einiges zu bieten. Warum engagierst du dich nicht in deiner Fachschaft? Hier lernt man meist recht schnell neue Leute kennen und tut sogar noch etwas für den Lebenslauf. Und der gute, alte Hochschulsport? Ich weiß: Du hast viel zu tun. Aber mal ehrlich: Ein Stündchen Zirkeltraining hat noch kein Studium scheitern lassen. Und mit dem einen oder anderen Teilnehmer kann man danach sicher noch ein Bierchen zischen. Trau dich einfach und frag – vielleicht bist du nicht der Einzige Neu-Münchener auf der Suche nach Kontakten.

Nun zu deinem zweiten Problem, welches sich tatsächlich nicht ganz so leicht lösen lässt (wenn ich ein Patentrezept hätte, würde ich es selbstverständlich mit dir teilen. Wahrscheinlich wäre ich dann aber schon Millionärin und würde gar nicht mehr hier an meinem Schreibtisch sitzen). Eines weiß ich allerdings ziemlich sicher: Sich laut quakend auf den Marienplatz zu stellen ist keine Lösung! Potenzielle Weibchen könnten davon eher abgeschreckt als angezogen werden. Aber auch die vermeintlich vernünftigste Lösung – die volle Konzentration auf dein Studium – macht auf Dauer nicht glücklich. Du siehst also schon: Weder nerviges Anbiedern noch völlige Enthaltsamkeit führen in dieser Situation zum Ziel. Die Lage ist jedoch nicht aussichtslos. Wie wir eingangs schon festgestellt haben, scheinst du ja ein einigermaßen cooler Typ zu sein. Irgendwo da draußen ist also ganz sicher jemand für dich. Was dir fehlt, ist eine ordentliche Portion Gelassenheit. Womit sich der Kreis zu deinem ersten Problemchen schließt: Verkriech dich nicht in deinem stillen Kämmerlein, sondern geh raus und lerne Leute kennen. Vielleicht hat der schräge Fachschaftskauz ja eine heiße Schwester, von der du noch nichts weißt? Oder im Sprachkurs sitzt ein nettes Mädel neben dir? Und laut Insidern ist der Bauch-Beine-Po-Kurs vom Hochschulsport sowieso die beste Flirtbörse.

Die Ausrede „zu wenig Zeit“ lasse ich übrigens nicht ganz gelten. Die ist meist selbstgemacht. Befreie dich von dem Druck, überall 100 Prozent leisten zu müssen. Studium und Arbeit sind wichtig, aber auch nicht alles im Leben. Nutze deinen Feierabend (Ja, den gibt es ganz sicher!) und die freien Stunden am Wochenende, um einem neuen Hobby nachzugehen. Sprich mit Kommilitonen und frage sie nach Ausgehtipps. Treibe Sport, engagier dich. So lernst du automatisch neue Leute kennen. Und irgendwann deren Freunde. Und die Freunde der Freunde. Das macht Spaß, bringt einen Ausgleich zu Studium und Arbeit und lenkt dich bestimmt auch von deinem Status als Single ab. Und schwupps – ehe du dich versiehst – ist vielleicht dann doch jemand dabei, der interessant werden könnte. Und wenn nicht? Auch nicht weiter tragisch. Denn, wie meine Mutter immer sagt: Die Liebe kommt dann, wenn man sie am wenigsten erwartet…

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Ausprobieren und Dich-neu-entdecken.

Liebe Grüße,
Sabrina

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