Krasse Kröte

Mediengestalter werden oder BWL studieren? (Felix, 19)

Liebe Kröte,
mal angenommen ich würde zu einem Mediengestalter ausgebildet werden: verdiene ich nach meiner Ausbildung genug Geld, um mir einen schönen Urlaub finanzieren zu können, ohne viel zu sparen?
Oder soll ich mich für das gleiche Ziel durch ein sprödes und langes BWL Studium quälen?
Ich hoffe du kannst mir bei meiner Lebensentscheidung helfen (Felix, 19).

Lieber Felix,

erst einmal muss ich Dir mitteilen, dass ich nicht die krasse Kröte bin. Ich gehöre zum Team, das hier die krassen Fragen von Euch beantwortet. Deine finde ich ganz besonders spannend: Vermeintliche Sicherheit versus Spaß an der Arbeit.

So eine Lebensentscheidung zu treffen, ist weitreichend, wobei es auch nicht das Ende der Welt bedeutet, wenn Du Dich später noch mal umentscheidest. Mein ganz klarer Tipp: Mach‘ die Ausbildung, auf die Du wirklich Lust hast!

Erst einmal glaube ich ganz fest daran, dass wir das, was uns Freude macht, auch richtig gut machen können und uns darin auch super weiter entwickeln können. Und wenn man in etwas gut oder vielleicht sogar sehr gut ist, dann kann man damit auch Geld verdienen. Wie viel Geld man verdienen kann, ist sicherlich sehr abhängig von der Art der Ausbildung. Das hast Du schon ganz richtig erkannt – ein Arzt verdient mehr als ein Lehrer und ein Wirtschaftsprüfer meistens mehr als ein Journalist. Ob ein BWLer per se mehr verdient als ein Mediengestalter, ist schwierig zu sagen.

Stelle Dir mal vor, Du quälst Dich durch ein BWL-Studium, das Du als spröde und lang empfindest? Mathe, Statistik, Finanzwissenschaft und all die anderen Fächern. Meinst Du, Du wirst das gut machen? Gute Note schreiben, Dich für das Studium begeistern? Spaß haben an dem, was Du lernst? Wahrscheinlich nicht wirklich… Wie Du schreibst, wirst Du Dich wahrscheinlich quälen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du mit einem mittelmäßigen, erquälten BWL-Abschluss eine Arbeit findest, die Dir Spaß macht, und damit auch noch richtig viel Geld verdienen kannst? Eher nicht so hoch… Und noch viel wichtiger: Wirst Du dabei glücklich?

Mediengestaltung: Sicherlich kein Beruf, bei dem Du normalerweise richtig reich werden kannst. Aber vielleicht doch! Wenn Du zu den paar wenigen gehörst, die erfolgreich durchstarten. Vielleicht wirst Du auch nur ganz normal, eher weniger als mehr verdienen. Dafür bist Du dann glücklich! Das ist auch sehr viel wert im Leben.

Vielleicht kann es auch eine Alternative sein, dass Du nach Berufsausbildung noch ein Studium im Bereich Mediengestaltung drauf setzt? Da gibt es mittlerweile viele spannende Studienfächer, die einen dann noch einmal weiter qualifizieren für bestimmte Aufgaben (Medienproduktion, Medienmanagement, Game Programming usw.) und mit denen Du auch an Deinem Einkommen noch etwas drehen kannst.

Und dann ist natürlich auch eine Frage: Was ist überhaupt ein schöner Urlaub? Ich habe einen Kumpel, der arbeitet ein paar Monate im Jahr als Rettungssanitäter und die restliche Zeit reist er als Backpacker durch Asien: Er ist sehr reich an Lebenserfahrung und vielen tollen Begegnungen. Ich habe einen anderen Kumpel, der ist erfolgreicher Anwalt und verdient so viel Geld, dass er locker einige Jahre durchaus schicke Urlaube am Stück in Asien verbringen könnte. Er hat aber leider keine Zeit dafür, sondern beschränkt sich auf eine Woche Skifahren und einen zweiwöchigen Sommerurlaub (und auch dann steht das Handy nicht still und sein Laptop ist ständiger Begleiter). Beide Formen haben sicherlich ihren Reiz: Der eine kann reisen, wie er will. Dafür lebt er zu Hause ein recht bescheidenes Leben und hat wenig Absicherung. Der andere kann viel sparen, sich viel Luxus leisten und auch in finanzieller Sicherheit leben. Übrigens: Beide Kumpels sind glücklich mit ihrem Leben.

Was ist für Dich richtig? Letztlich kannst nur du das beantworten…

Tipps zum Thema Studienentscheidung findest Du in unserem eBook „Studienentscheidung treffen mit Kopf und Bauch“ und auch in unseren Online-Vorträgen, die Du unter dem Link auch findest.

Eine für Dich gute Entscheidung wünsche ich Dir!
Anja

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