Krasse Kröte

Kann man das Studium später von der Steuer absetzen? (YAEZ-Leser)

Kann man das Studium später von der Steuer absetzen? (YAEZ-Leser)

Liebe/r YAEZ-Leser/in,

komplizierte Frage – vor allem, da sich auf diesem Gebiet gefühlt beinahe sekündlich etwas ändert. Ich habe dennoch ausgiebig für dich recherchiert und lasse dich gerne – ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit – an meinen Ergebnissen teilhaben:

Grundsätzlich können Ausbildungskosten immer als sogenannte Abzugsposten in der Steuererklärung angeführt werden, einen Steuervorteil bringt das trotzdem noch lange nicht mit sich. Entscheidend ist nämlich, ob es sich bei deinem Studium um eine berufliche Erstausbildung oder um eine Weiterbildungsmaßnahme handelt (Quelle). Grundlage dafür ist ein Gesetz aus dem Jahr 2011, das 2014 noch einmal vom Bundesfinanzhof (BFH), und damit der obersten Instanz in Steuersachen, bestätigt wurde. Demnach dürfen Studenten, die direkt von der Schulbank zur Uni wechseln, zwar bis zu 6.000 Euro als Sonderabgaben absetzen – allerdings nur, wenn sie im selben Jahr auch ein steuerpflichtiges Einkommen in entsprechender Höhe haben, mit dem die Ausgaben verrechnet werden können (Quelle).

Anders sieht es aus, wenn du bereits eine Ausbildung absolviert hast oder dich für ein duales Studium entscheidest: Ausgaben hierfür gelten als Werbungskosten und können auch rückwirkend in der Steuererklärung geltend gemacht werden (Quelle). Die gute Nachricht: Während laut früheren Urteilen noch ein enger Zusammenhang zwischen Erst- und Zweitausbildung bestehen musste, erkennt der Fiskus heute auch kurze Ausbildungen – etwa zum Flugbegleiter oder Rettungssanitäter – als Erstausbildung an. Entscheidend ist lediglich, dass der Student nach Abschluss der Ausbildung mit seiner Tätigkeit feste Einkünfte erzielen könnte. Dazu zählt übrigens auch ein Bachelor-Studium: Master-Studenten können ihr „Zweitstudium“ somit ohne weiteres als Werbungskosten absetzen.

Der Umweg über eine vorgelagerte Ausbildung lohnt sich laut eines Focus-Artikels vor allem dann, wenn das angestrebte Studium sehr kostspielig ist – etwa bei angehenden Medizinern oder Piloten. Sie stoßen mit einer fachähnlichen Ausbildung nicht nur das Tor zu Steuervorteilen auf, sondern profitieren auch in der Praxis von den jeweiligen Inhalten.

Ob im Master oder über andere Umwege: Wer schließlich im Zweitstudium sitzt, sollte fleißig Belege sammeln und jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben. Absetzbar sind unter anderem Fahrtkosten zur Uni oder zu Lerngemeinschaften (30 Cent pro Kilometer), Kosten für Fachliteratur und Repetitorien sowie Ausgaben für Arbeitsmittel – etwa für den PC oder einen neuen Schreibtisch. Studenten, die ihren Erstwohnsitz noch bei den Eltern haben und am Studienort in einer WG oder im Wohnheim leben, können sogar die doppelte Haushaltsführung geltend machen.

Übrigens: Auch Studienförderungen und –kredite können steuerlich abgesetzt werden. Wie hoch die Rückerstattung ist, hängt davon ab, welche Kosten darüber hinaus geltend gemacht werden, wofür die Förderung ausgezahlt wurde und wie hoch das Einkommen ist. Erfahrungen der Deutschen Bildung haben gezeigt, dass die Rückerstattung zwischen 6% und 22% der gesamten Rückzahlsumme lag.

Ich wünsche dir in jedem Fall, dass du deinen ganz persönlichen Studientraum verwirklichen kannst. Denn ganz egal, ob du später etwas vom Staat zurück bekommst oder nicht – ein Studium lohnt sich immer. Finanziell und persönlich. Um es mit den Worten eines Kreditkartenanbieters zu sagen:

Ein neuer PC: 500 €.
Der Kaffee in der Unimensa: 3 €
Das Gefühl von Freiheit, neue Horizonte und Freunde für’s Leben: unbezahlbar.

Ganz liebe Grüße,
Sabrina

PS: Weitere krasse Fragen und Antworten gibt’s unter www.krassekroete.de

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