Krasse Kröte

Hilfe, meine Orchidee hat zu viel Wasser abbekommen! Was nun? (Franziska, 23)

Hilfe, meine Orchidee hat zu viel Wasser abbekommen! Was nun? (Franziska, 23)

Liebe Franziska,

deine Orchidee hat zu viel Wasser abbekommen? Ohje, das hört sich ganz nach einer typischen Aktion von mir an. Leider fehlt mir der grüne Daumen, den scheinbar alle in meiner Umgebung haben. Dadurch fühle ich mich noch ein bisschen unfähiger, was meine botanischen Fähigkeiten angeht. Andererseits ist es auch mein Glück – bei jeder Pflanze, die ich mal wieder zu oft/zu selten gegossen, in den falschen Teil der Wohnung gestellt oder mit zu viel/zu wenig Sonne versorgt habe, kann ich zum Telefonhörer greifen und sie zur nächsten „Aufpeppel-Station“ bringen.

Zu wem ich sie bringe, ist eigentlich egal. Nach wenigen Tagen fühlt sich das Pflänzchen wieder pudelwohl. Vielleicht liegt es einfach an mir. Trotzdem versuche gerade ich dir nun zu helfen. Klingt schwachsinnig, oder? Ich versuche trotzdem mein Bestes.

Den Fehler, Pflanzen zu überwässern macht wohl jeder mehrmals im Leben. Die einen lernen daraus, die anderen versuchen es beim nächsten Mal erneut. Wenn eine Pflanze zu durstig war, zu sehr in der Sonne stand oder schlicht und einfach mal wieder vergessen wurde zu gießen (was in meinem Fall wohl der häufigste Grund ist), neigen wir dazu, die Pflanze mit Wasser zu überschwemmen. Nach der Devise „Die muss solch einen Wassermangel haben, das führen wir ihr nun alles innerhalb weniger Sekunden wieder zu“ überwässern wir das arme Pflänzchen. Das Resultat ist eine matschige Pampe Erde, die im überschüssigen Wasser steht. Das tut dem armen Ding auch nicht gut. Vor allem keiner Orchidee.

Stell dir mal vor, du hast seit 2 Tagen nichts getrunken. Du musst unglaublich durstig sein. Aber die 6 Liter, die dir in der Summe fehlen, kannst du sicherlich nicht auf einmal aufnehmen. Ich habe gelesen, ab 5 Litern wird es schon für den Menschen lebensgefährlich. Ähnlich ist das nun bei deiner Orchidee.

Vielleicht hast du es auch nur zu gut gemeint und sie zu häufig gegossen. Laut Floristen soll man sie im Sommer nur zweimal die Woche gießen, im Winter sogar nur einmal. Nun gut, wenn sie wasserfallartig mit der kompletten Gießkanne gegossen wird, bringen diese Zahlen auch nichts. Im Endeffekt entscheidet da wohl doch die Intuition – oder der grüne Daumen. Übrigens: zu kaltes Wasser lässt deine Orchidee auch eingehen. Nun hast du aber schon das Dilemma, daher genug mit den klugen Sprüchen über das Gießen per se. Für die Rettungsversuche habe ich mir Ideen von Profis geholt:

Zuerst solltest du dafür sorgen, dass das Restwasser abläuft. Stelle die Orchidee dafür auf Küchenpapier, sodass das Wasser aufgesaugt werden kann. Wenn der Ballen getrocknet ist, und die Orchidee nicht zu faulen beginnt, kannst du sie regelmäßig mit ein wenig Regenwasser (ca. ein Schnapsglas) gießen. Auf Leitungswasser sollte auf Grund des Kalkgehalts verzichtet werden. Ebenfalls muss die Wassertemperatur berücksichtigt werden. Sie sollte etwa bei Zimmertemperatur liegen. Viele schwören auch darauf, die Orchidee lediglich in Wasser einzutauchen, statt sie wie gewohnt zu gießen. Des Weiteren sollte sie in der Wachstumsphase einmal im Monat mit speziellem Orchideendünger gedüngt werden. Falls du auf die Idee kommst, die Orchidee zu beschneiden, informiere dich vorher über die Gattung. Pflege und Umgang hängen hiervon besonders ab.

Wenn du die Tipps beachtest, kannst du deinen botanischen Mitbewohner hoffentlich retten. Meine Freundin schwört übrigens darauf, mit ihren Pflanzen zu reden. Sie ist der festen Überzeugung, dass sie sich so wohler fühlen. Vielleicht ist es aber auch nur eine gute Ausrede für ihren anhaltenden Redefluss.

Ich hoffe, die Ratschläge fruchten (wortwörtlich!) und drücke dir und deiner Orchidee meine (un-)grünen Daumen!

Liebe Grüße
Christina

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