Krasse Kröte

Was ist das Medium der Zukunft? (YAEZ-Leser)

Was ist das Medium der Zukunft? (YAEZ-Leser)
Wir danken YAEZ für die Fragestunde mit der Krassen Kröte als Expertin.

Lieber YAEZ-Leser,

da verlangst du von der Krassen Kröte einen Blick in die Glaskugel. Glaskugel ist aber ein gutes Stichwort, denn so oder so ähnlich stelle ich mir das Medium der Zukunft vor. Vorausschauend. Und gläsern. Ein Smartphone, das Dir „Gesundheit“ wünscht, bevor Du weißt, dass Du gleich niesen musst. Oder ein Chip im Ohr, der automatisch die News meldet, die anhand Deines Recherche-Profils im Internet relevant für Dich erscheinen. Vielleicht in der Sprache, die Du gerade zu lernen begonnen hast. Technik, die früher weiß als Du, was Du wissen möchtest. Oder die dich heute schon warnt, wenn Dein Blutzuckerspiegel in drei Jahren zu Diabetes mutieren könnte.

So futuristisch ist das nicht, aber die Nutzung wird breiter werden. Für unter 100 Euro kannst Du ein Fitnessarmband erwerben, das Deine Körperfunktionen aufzeichnet, Deine Schritte zählt und auf dem Display den Anruf eines Freundes anzeigt. Fantasiere wild und freizügig, was mit dem Ding noch alles möglich sein wird. Wird schon stimmen. Google hat mit Google Glass schon längst einen riesigen Satz in diese Richtung gemacht, auch wenn das Teil noch nicht ausgereift ist: Kleinere Problemchen mit Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten. 😉 Der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt formulierte es so: „Wir wissen immer, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, was du denkst“.

Mit anderen Worten: Informations- und Selbstmanagement aus einem Guss. Oder wie die Journalistin Miriam Meckel in einem ZEIT-Artikel titelte: „Mensch wird Maschine“. Das beantwortet auch die Frage nach dem Medium der Zukunft. Das Medium wirst Du sein. Das Medium werden wir alle sein. Daten produzierende und Daten verwertende Wesen, synchron, vernetzt. Informatiker können Dir dazu sicher noch mehr erzählen. Ein Medium zum Anfassen wird es vielleicht nicht mehr geben. Weil mit unseren Sinnesorganen und Hirnen verknüpfte Chips das alles überflüssig machen. Manuelle Schnittstellen zwischen dem Hirn und dem Computer werden zunehmend entfallen, wie beim implantierbaren Verichip des amerikanischen Unternehmens Applied Digital Solutions, der eine Überwachung per Ferndiagnose möglich macht.

Katzen werden es schwerer haben, erfolgreich zu entlaufen. Partner werden es schwerer haben, unentdeckt fremd zu gehen. Und eine Illusion ist es schon heute, dass wir frei entscheiden können, bei welchen Quellen wir uns über welche Themen informieren, denn die „intelligente“ Vorselektion übernehmen allwissende Suchmaschinen schon jetzt. Weil wir sie längst unablässig mit Daten füttern und unser Selbst bereitwillig gläsern machen.

Die Stichworte der Zukunft sind Augmented Reality, Predective Analytics (super 3Sat-Reportage übrigens) und Künstliche Intelligenz.

Welche Medien sie hervorbringen, ob wir sie steuern oder sie uns? Man darf gespannt und besorgt sein.

Liebe Grüße
Stefanie

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